Musée d'Orsay: Der junge Schwarze mit Schwert

Der junge Schwarze mit Schwert

Gemälde
Pierre Puvis de ChavannesDer junge Schwarze mit Schwert© Musée d'Orsay, Dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt
"Der junge Schwarze mit Schwert ist zunächst der Titel eines Gemäldes von Pierre Puvis de Chavannes, das mich nachhaltig beeindruckt hat, als ich mir die Werke der Ausstellung angesehen habe. Ich hatte vor, in meinem persönlichen Stil, in einer Mischung aus der poetischen Sprache von Baudelaire und der Philosophie von Glissant, ein langes Gedicht über die Identität im Zeitalter der Globalisierung zu schreiben, und dieses Gemälde war diesbezüglich eine wahre Offenbarung.

Unter den anderen Gemälden der Meister des 19. Jahrhunderts, die ich vor Augen hatte – Symbole der Konstruktion einer Betrachtung, der Schaffung des „Anderen“ und eines rasseorientierten kollektiven Unterbewusstseins - erzählte mir Der junge Schwarze mit Schwert durch seine offensichtliche Einzigartigkeit in Bezug auf den Symbolismus und die Darstellung des schwarzen Protagonisten eine emotionale Geschichte, die Bestandteil der Welt aus Armut und Beton ist, die ich mein ganzes Leben lang gekannt hatte. Somit drückte sich dieser junge Schwarze, kaum aus dem Gefängnis entlassen, auf ganz natürliche Weise unter meiner Feder aus - in seiner Plattenbausiedlung, katapultiert in unsere Epoche.

Die Geschichte dieses jungen Schwarzen ist unzusammenhängend und fragmentiert. Es ist eine rhythmische Rebellion - deklamiert, gerappt, geslammt und gesungen zu einer schwarzen, weißen, traditionellen und gleichzeitig modernen Musik eines gemischten Genres, bestehend aus melodischen Fragmenten und verschiedenen Musikmustern, aus deren zufälliger und unerwarteter Kombination völlig unerwartet ein neues harmonisches Ganzes entsteht. Es handelt sich um eine Allegorie der persönlichen Entwicklung des jungen Schwarzen dieser Geschichte und der neuen Generationen, zu denen ich gehöre – jene Generationen, die in Europa geboren sind und deren Wurzeln bis zum uralten afrikanischen Kontinent zurückreichen."
Abd Al Malik

Kreationen und Interpretation: Abd Al Malik
Choreographie: Salia Sanou
Koproduktion: Musée d'Orsay, Décibels Production und Théâtre de la Ville

Begegnung mit Abd Al Malik, Salia Sanou und dem künstlerischen Team

im Anschluss an die Vorstellung am Sonntag, den 7. April

Do 4 April 2019 - 20h00
Fr 5 April 2019 - 20h00
Sa 6 April 2019 - 20h00
So 7 April 2019 - 15h00
Musée d'Orsay
Auditorium niveau -2

Dauer Etwa 75 Minuten


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