André Devambez
Colonne Konzert

Colonne Konzert
André Devambez (1867-1944)
Colonne Konzert
Nicht datiert
Öl auf Leinwand
H. 72,5; B. 55,5 cm
© ADAGP - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Concert Colonne [Colonne Konzert]


Der Violonist und Dirigent Judas Colonna, genannt Edouard Colonne (1838-1910), gründet 1873 sein eigenes Orchester, die Association artistique des Concerts Colonne, dessen Ziel es war, die Musik einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Diese Initiative folgt auf die Concerts populaires und das Concert national, an denen Colonne schon beteiligt gewesen war.
Die Konzerte werden im Théâtre du Châtelet gegeben, das derzeit zu den größten Konzertsälen von Paris zählt und folglich Eintrittskarten zu günstigen Tarifen anbieten kann. Studenten und einfache Leute füllen die Galerien. Diese Zuschauer gibt Devambez von einer der letzten Reihen aus wieder.

Im Gegensatz zu den Impressionisten oder Postimpressionisten - Eva Gonzalès, Pierre Auguste Renoir oder Pierre Bonnard – die sich dem Motiv der Loge widmeten, um den geselligen Aspekt von Theatervorstellungen zu illustrieren, gibt Devambez eine Gesamtansicht des Saales von oben nach unten. Dadurch gelingt es ihm, die Zuschauer der Galerien und des Orchesters als eine kompakte Menge darzustellen und die Bühne selbst wegzulassen. Der Maler legt Zeugnis von einer neuartigen Auffassung der Darbietung ab. Das hier dargestellte Publikum unterscheidet sich von den Zuschauern der Pariser Oper insofern, als ihm jegliche soziale Beweggründe fernliegen und es nur der Musik wegen hier versammelt ist, während es Letzteren ums Sehen-und-Gesehen- werden geht. Devambez beweist hiermit, dass Frankreich nun erreicht hat, was Jules-Etienne Pasdeloup, der Gründer der Concerts populaires, angestrebt hatte: das „1789 der Musik” - die Gleichheit der Franzosen vor der Musik.




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