Jules Dupré
Die Eiche

Die Eiche
Jules Dupré (1811-1889)
Die Eiche
Zwischen 1860 und 1870
Öl auf Leinwand
H. 60; B. 75 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay)

Le chêne [Die Eiche]


Jules Dupré verbringt viele Jahre mit den Malern des Waldes von Fontainebleau. Er war insbesondere der beste Freund von Théodore Rousseau, bevor sie in Folge eines Zerwürfnisses getrennte Wege gehen werden.
Dieses Gemälde enthüllt die für die beiden Männer charakteristische Sensibilität: Die Faszination für den Baum, diese kraftvolle Form des Lebens, die aus der Erde hervorbricht. Beiden geht es darum, dies bis ins kleinste Detail wiederzugeben, eine präzise Anatomie anzufertigen. Der Baum bildet für diese Maler ein eigenständiges Motiv, das sie durch das unterschiedliche Zusammenspiel von Material, Farben, Schatten und Licht zum Ausdruck bringen. Er allein wird zu einer Landschaft.

Hier wird die Vorliebe für morphologische Analysen anhand der deutlich erkennbaren Struktur der Eiche, die mit einem rauen Pinselstrich gemalt wurde, offensichtlich. Es scheint, als sei der Stamm, die Anordnung der Zweige, jedes Blatt sorgfältigst studiert, beobachtet, analysiert worden, um die ihm eigene Persönlichkeit und Poesie zu erfassen. Jules Dupré ist, wie Jules Claretie es formulierte, „der Dichter [...] von Bauernhöfen, verwinkelten Straßen, Teichen, die den Herden auf den Wiesen als Tränke dienen, sonnendurchfluteten Weiden” und Bäumen, „deren knorriger Stamm hoch aufragt”.




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