Edouard Manet
Musiker im Orchestergraben

Musiker im Orchestergraben
Edouard Manet (1832-1883)
Musiker im Orchestergraben
1878-1879
Tusche, laviert
H. 21,6; B. 27,8 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Thierry Le Mage


Sitzende Figurengruppe, Rückansicht

Musiciens à l'orchestre [Musiker im Orchestergraben]


Diese Zeichnung ist von großer Bedeutung, da sie Aufschluss über den Entstehungsprozess von Manets Werken gibt. Es handelt sich hier um die Überarbeitung einer Bleistiftskizze, die Manet, der gleich hinter dem Orchestergraben saß, auf zwei Seiten eines kleinen Notizbuchs gekritzelt hatte. Anhand dieser ersten Angaben fertigt er anschließend die größere, sorgfältiger ausgearbeitete Tuschezeichnung an.

Manet nimmt am Pariser Leben teil und hält flüchtige Augenblicke in Skizzen fest. Später entstehen anhand dieser Vorlagen Werke in allen möglichen Techniken. Tatsächlich kann man auf der Autografie (Verfahren, bei dem mittels Umdruck ein mit einer speziellen Tinte gezeichnetes Bild vervielfältigt wird) Die schöne Polin den Geigen bogen auf der linken Seite und zwei Männerprofile – das am linken Bildrand oben und das Profil mit Bart ganz rechts – erkennen. Auf dem Gemälde Ausschnitt aus einem Café-Concert (1878-1880, London, National Gallery) sieht man hinter der linken Schulter der Bedienung das bärtige Profil mit Kontrabass, dieselbe Rampe der Bühne im Hintergrund und die Silhouette des Posaunisten links.
Man kann nachvollziehen, wie Manet im Atelier Szenen darstellt, die er anhand von Zeichnungen, die vor Ort entstanden sind oder die wie diese hier im Atelier überarbeitet wurden, ausgestaltet. Manets Skizzen sind einerseits Arbeitsmaterial und im Falle dieser Tuschezeichnung ein herausragendes Beispiel für seine kraftvolle Linienführung und der für den Maler charakteristischen Genauigkeit.

Manet-Dossier




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