Die Fotografen in Barbizon. Landschaften und Stillleben

ARCHIV
2010

AnonymGroβe Eichen, Wald von Fontainebleau (?)© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / René-Gabriel Ojéda
Den Auftakt dieser Hängung bildet eine Daguerreotypie, die erste uns bekannte Fotografie vom Wald von Fontainebleau, die Zeugnis davon ablegt, dass sich die Fotografen schon sehr früh zu den Malern nach Barbizon gesellten.

Mit der Erfindung der Papierfotografie - die Technik eignet sich besser für Auβenaufnahmen - steht der Wald im Zentrum des Dialogs zwischen dem neuen Medium, das oftmals von Berufsfotografen ausgeübt wird, und der Malerei. Da der Ort dank der Eisenbahn leicht erreichbar ist, zieht es um 1849 Gustave Le Gray dorthin. Er wird als Erster die ästhetischen Möglichkeiten des Papiernegativs ausschöpfen. Kurz darauf folgt ihm sein Schüler John B. Greene.
Eugène Cuvelier, der wie sein Vater - einer der Miterfinder der Technik des Glasnegativs, mit der er den Maler Camille Corot vertraut machte - als Amateurfotograf tätig war, lässt sich 1859 nach seiner Hochzeit mit der Tochter von Père Ganne, dem Wirt, bei dem die Künstler wohnten, in Barbizon nieder. Seine stillen, verhaltenen Bilder sind charakteristisch für die wenigen Stillleben. Sie enthüllen einen relativ unbekannten Aspekt des Waldes. Dieses Werk legt bis hin zur Technik, die dann nicht mehr eingesetzt wurde, Zeugnis von der Blütezeit eines Mediums ab, dem die Landschaft von Fontainebleau sowohl als Raum als auch als Motiv für seine künstlerische Berechtigung diente.

Maler wie Théophile Chauvel, die sich der Freilichtmalerei widmeten, zögerten nicht, die Hilfe von Fotografen in Anspruch zu nehmen. Auf diese Weise verschmolz die Tradition des im Atelier geschaffenen Künstlerporträts mit der der Landschaftsfotografie.

Ausstellungsleitung

Thomas Galifot, Konservator im Musée d'Orsay

7 Mai - 20 August 2010
Musée d'Orsay
Salle 17

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